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Selbstbestimmung und innere Stärke in Krisen – ein Interview mit Uwe Dorje

Uwe Dorje hat in seinem Leben einige Krisen durchgestanden: Eine Tumorerkrankung, eine Scheidung, den Tod seiner Mutter. Dabei hat er seine Selbstbestimmung und innere Stärke nicht verloren. Er ist Maschinenbau-Techniker und Projektleiter mit langjähriger Erfahrung in der technischen Leitung von Brandschutz- und Infrastrukturprojekten und widmet sich jetzt dem Schreiben, der Förderung von diversen Projekten und neuen Perspektiven im Leben. Im Interview beantwortet er Fragen zu seiner persönlichen Geschichte und wie Selbstbestimmung und seine innere Stärke ihm dabei geholfen haben, schwierige Zeiten zu überstehen.

1. Die Bedeutung von innerer Stärke und Selbstbestimmung

Frage 1: Herr Dorje, Sie sind durch große Krisen gegangen: eine Tumorerkrankung, eine Scheidung, den Tod Ihrer Mutter. Wie würden Sie – in diesem Kontext – die Bedeutung von innerer Stärke und Selbstbestimmung für Ihr Leben beschreiben? 

Antwort: Wenn ich auf die schwierigen Etappen meines Lebens schaue – die Tumorerkrankung, die Scheidung und den Verlust meiner Mutter – dann denke ich manchmal: „Das war wirklich eine Menge auf einmal.“

Und trotzdem bin ich hindurchgekommen. Nicht, weil ich besonders heldenhaft wäre, sondern eher durch eine Mischung aus Beharrlichkeit, Bodenständigkeit und diesem typisch niederrheinischen Pragmatismus.

Wir neigen dazu, Dinge anzupacken, statt lange darüber zu philosophieren.

Innere Stärke hat sich für mich nie überwältigend angefühlt, sondern eher wie ein ruhiges, inneres Nicken: „Uwe, jetzt wird es kniffelig… aber du schaffst das.“ Und erstaunlicherweise hatte diese Stimme fast immer recht.

Selbstbestimmung wurde in diesen Phasen zu einem ganz wichtigen Anker.

Gerade wenn viel um einen herum ins Wanken gerät, ist es beruhigend zu merken, dass man zumindest bestimmen kann, wie man selbst auf eine Situation reagiert.

Nicht, was passiert – aber wie man damit umgeht. Diese Haltung hat mich nicht nur getragen, sondern auch wieder aufgerichtet.

Sie hat mir gezeigt, dass man selbst aus schweren Zeiten etwas Gutes formen kann, wenn man bereit ist, seinen eigenen Weg zu gehen.

2. Die Hoffnung in Krisenzeiten nicht verlieren – wie geht das?

Frage 2: Was hat Ihnen in diesen schwierigen Zeiten konkret geholfen, nicht die Hoffnung zu verlieren und Ihre innere Stärke zu bewahren? Gab es bestimmte Menschen, Routinen oder Überzeugungen, die für Sie besonders wichtig waren?

Antwort: Was mich gerettet hat, waren oft kleine, unscheinbare Momente. Yoga am Morgen, bei dem ich anfangs ziemlich unbeholfen wirkte, dass mir aber Stück für Stück Kraft und Beweglichkeit zurückgab.

E‑Bike‑Touren, die meinen Kopf frei gemacht haben. Und Strandspaziergänge auf Sylt, bei denen Wind, Wasser und Weite wirkten wie eine Art natürliche Therapie.

Einer dieser Momente hat sich besonders eingeprägt:
Ich ging am Strand entlang, der Wind war so stark, dass meine Jacke ständig versuchte, in Richtung Dänemark zu segeln. Plötzlich kam eine Welle deutlich höher als erwartet und erwischte mich so kräftig, dass ich im nassen Sand landete.

Für einen Moment lag ich einfach dort. Und dann musste ich lachen – laut, überraschend, befreiend. In diesem Augenblick wurde mir klar: Das Leben kann uns umhauen, aber wir dürfen entscheiden, wie wir wieder aufstehen.

Und manchmal hilft es, dabei zu lachen.

Neben solchen Augenblicken spielte die tägliche Selbstreflexion eine große Rolle. Ein paar Minuten am Tag, um ehrlich zu mir selbst zu sein: Wie geht es mir? Was tut mir gut? Wofür bin ich dankbar? Diese kleinen Pausen haben mir Klarheit gegeben.

Wichtig war auch der feste Glaube an das Gute – nicht im Sinne von Schönfärben, sondern als bewusste Entscheidung, Vertrauen in das Leben zu behalten.

Veränderung bedeutet aber auch, Platz für Neues zu schaffen. Das heißt manchmal, ein neues Umfeld zu suchen und sich von Menschen zu lösen, die einem nicht mehr guttun. Das war nicht leicht, aber notwendig.

Am Ende entstand dadurch mehr Freiheit, mehr Authentizität und ein Gefühl von Neubeginn.

3. Die Rolle von Selbstbestimmung in unsicheren Zeiten

Frage 3: Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach Selbstbestimmung gerade in Zeiten großer Unsicherheit – etwa in rechtlichen Auseinandersetzungen, familiären Umbrüchen oder gesundheitlichen Krisen?

Antwort: In turbulenten Lebensphasen – gesundheitlich, familiär oder rechtlich – hat man schnell den Eindruck, dass andere für einen mitentscheiden.

Ärzte, Anwälte, Institutionen, alle reden mit. Gerade in solchen Momenten ist Selbstbestimmung ein wichtiger Schutzfaktor.

Für mich bedeutet sie, die eigene Stimme nicht zu verlieren. Grenzen zu setzen. Entscheidungen bewusst zu treffen.

Und sich nicht als Spielball der Umstände zu sehen. Wir können nicht steuern, was im Außen passiert, aber wir können beeinflussen, was es in uns bewirkt.

Darin liegt ein großer Teil unserer Freiheit.

4. Wie innere Stärke und Selbstbestimmung zusammenwirken

Frage 4: Wie kann man aus Ihrer Sicht Selbstbestimmung und innere Stärke so miteinander verbinden, dass man aus Krisen nicht nur ‚heil‘, sondern sogar gestärkt hervorgeht?

Antwort: Innere Stärke trägt uns durch schwere Zeiten. Selbstbestimmung zeigt uns den Weg aus ihnen hinaus.

Zusammen bilden sie ein stabiles Fundament, das uns Schritt für Schritt weiterträgt.

Für mich gehören dazu drei Dinge:

  1. Akzeptanz – annehmen, was gerade ist.
  2. Verantwortung – für den eigenen Weg.
  3. Ausrichtung – den Blick nach vorne richten, nicht zurück.

Krisen nehmen uns nicht das Leben.

Sie nehmen nur das weg, was uns nicht mehr entspricht.
Was danach bleibt, ist echter, klarer – und oft stärker als alles, was vorher war.

Und wenn man dabei noch ein wenig Humor behält, wird vieles leichter, als man zu Beginn glaubt.

Selbstbestimmung und innere Stärke in Krisen – ein Interview mit Uwe Dorje

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Selbstbestimmung und innere Stärke in Krisen – ein Interview mit Uwe Dorje

Unternehmen

Autor

Anika Kanis
Uwe Dorje, Mitte der Sechzigerjahre als Frohnatur im Rheinland geboren, ist Maschinenbau-Techniker und Projektleiter mit langjähriger Erfahrung in der technischen Leitung von Brandschutz- und Infrastrukturprojekten. Nach einer bewegten Lebensgeschichte – geprägt von einer überstandenen Tumorerkrankung vor der Scheidung, dem Tod seiner Mutter während der Scheidung, familiären Umbrüchen, rechtlichen Auseinandersetzungen und persönlicher Neuorientierung – begann er, seine Geschichte aufzuschreiben: ehrlich und authentisch, mit dem Ziel, anderen Mut zu machen. Die vorliegende Autobiografie beleuchtet eindrucksvoll die emotionalen und juristischen Dimensionen einer Scheidung sowie den Weg zurück zu Selbstbestimmung und innerer Stärke.

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